Projektvorstellung: Digitalisierung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

Projektvorstellung: Digitalisierung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

Ein interdisziplinäres, kulturwissenschaftlich ausgerichtetes Team aus Forschenden erarbeitet an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, welche gesellschaftlichen Relevanzen die Digitalisierung mit sich bringt. Interessant ist an diesem Projekt, dass eben nicht die oft vorherrschende Management-Perspektive eingenommen wird, sondern hier Soziologen, Medienwissenschaftler, Geschichtswissenschaftler, Pädagogen und weitere Fachbereiche das Phänomen aus ihrer fachspezifischen Sicht betrachten. Ein erfrischend anderer Blick, der durch öffentliche Veranstaltungen und einen Blog mit der Öffentlichkeit geteilt wird. Weil mich das Projekt so begeistert, möchte ich es an dieser Stelle vorstellen.

Das Projekt Zukunft gestalten

Das Team um die Oldenburger Forscher Thomas Alkemeyer, Martin Butler und Paul Mecheril hat sich mit mit seinem Projekt “Zukunft gestalten: Entstehung und Wirkung von Zukunftsentwürfen in gesellschaftlichen Transformationsprozessen” erfolgreich beim Land Niedersachsen um eine Förderung im Rahmen des Programms  „Zukunftsdiskurse“ fördern Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft beworben. Seit April 2018 werden in drei Arbeitsgruppen die Themen Migration, Nachhaltigkeit und Digitalisierung bearbeitet. Die leitende Frage aller Arbeitsgruppen ist auf die Art und Weise der Erzeugung von Zukunftsentwürfen gerichtet. Diese Frage wird in der jeweiligen Arbeitsgruppe entsprechend zugespitzt. So befassen sich die Forschenden zum Beispiel in der Arbeitsgruppe Digitalisierung mit der Frage Was wird wie digitalisiert und mit welchen politischen wie sozialen Konsequenzen? 

Veranstaltungen und Blog

Die Diskussionen und die Ergebnisse werden nicht im stillen Kämmerlein geführt, sondern regelmäßig in Veranstaltungen und auf dem eigens eingerichteten Blog veröffentlicht. Bereits im vergangenen September fanden in Oldenburg an zwei Tagen Zukunftswerkstätten zu den drei Themengebieten statt. Mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wurden Fragen diskutiert. Ein Bericht der wirklich sehr gelungenen Veranstaltungen findet sich auf dem Blog. Ich kann den Blog zudem auch wegen der wirklich sehr interessanten Artikel empfehlen. Sie lassen sich auf Grund ihrer wissenschaftlichen Formulierung zwar nicht so leicht lesen, wie ein gewöhnlicher Blog, öffnen dem Leser jedoch einen gewollt anderen Blick auf die Thematik. Hier braucht man keine Angst vor Buzzwords haben und platte Floskeln wird man auch nicht finden. Viel mehr versuchen die Autoren auf einer höheren Ebene die Entstehung von Trends und den Gründen für die Verwendung von Buzzwords zu erarbeiten. Ich kann die Artikel wirklich jedem ans Herz legen, der abseits vom Management-Sprech neue Perspektiven auf die Digitalisierung gewinnen möchte.